Donnerstag, 7. Februar 2008

arbeiten... arbeiten und arbeiten

... na. ganz so schlimm ist es nicht! noch dazu, wo ich grade zwei tage frei hab und urlaub im schönen alpthal mach. alte freunde besuchen! ;)

die arbeit macht mir spass, und je länger ich dabei bin und je mehr ich von den abläufen versteh, desto besser wirds. ich und kellnern... das mir das mal spass machen würde, sowas!?

im moment bin ich morgens zum frühstücksservice eingeteilt, den gästen kaffee bringen, geschirr abservieren etc. das geht bis zwölf, halb eins, dann ist erst mal pause bis sechs. super ist das! da hab ich den ganzen nachmittag für mich, kann also das schöne wetter geniessen, den sonnenschein, den schnee... oder schlaf nachholen. was viel häufiger der fall ist. ;)
denn abends gehts ja weiter, die leuten beim dîner bedienen. und leute: das ist ein vier-****-hotel. das ist also kein frittenbuden-abendessen, neenee, da geht das richtig zur sache. immer schön die etikette einhalten - und das mir! *kicher*
am anfang bin ich richtig geschwommen; was hab ich denn für 'ne ahnung vom richtigen besteck, von weingläsern... oder was ein entrecôte ist?! na, ich lerns grade.

ab samstag bin ich dann nachmittags erst mal im housekeeping, heisst auch, ich arbeite durch und hab dann mal abends frei. auch mal fein, kann ich den fehlenden schlaf nachholen. ;)

jedenfalls machts mir echt sehr viel spass; die kollegen sind super - und wie gesagt, die therme... *schwärm* ;)

wie's im moment aussieht, kann ich die nächste saison, also ab mai, grad weiter arbeiten. im moment hätt ich da gar nix gegen. aber... mal abwarten. jetzt mach ich die paar wochen noch weiter. und dann gehts erst mal wieder heim - ich vermiss euch!!

also: ganz viele grüsse nach haus, ins schöne franken... fühlt euch gedrückt!
sandra

Sonntag, 27. Januar 2008

vals!

so, leute: nachdem ich erst schon im waldhotel in arosa dachte, da bleib ich, mich dann aber - zum glück - doch noch durchgerungen hab, mal in vals vorbeizuschauen... bleib ich da jetzt! so ein nettes hotel (guckst du hier), da dachte ich gleich: hier pass ich rein. das team ist superlocker, im gegensatz zu arosa... da war alles schon a bisserl hochgestochen und schicki-micki-mässig... ich musste weisse blusen tragen. himmel! ;) und *tadaaaah*: die therme, also das schwimmbad, darf ich jeden tag umsonst benutzen, genauso wie die fitness-halle. gehts noch besser?!
vals ist total schön, ein putziges bergdorf, in dem die uhren noch langsamer ticken; da hab ich mich sofort wohlgefühlt. zum wandern gibts auch jede menge wege, selbst jetzt im winter, wo alles total zugeschneit ist. vielleicht lern ich ja sogar noch das skifahren...!

und arosa... na, das muss einem liegen. der ort selber war mir schon ein bisserl zu touristisch, und im hotel... ja, die waren auch alle recht nett, aber erstens mal gabs eine viel deutlichere hierarchie (und da steh ich ja voll drauf, wenn mir jemand das gefühl gibt: ich chef, du nix... gell?!), alle liefen im feinen zwirn rum, das ist ja auch total meine welt - *ironie* -, und außerdem hatten die da keine therme!! *hehe*

jedenfalls hab ich mich gefreut wie 'ne schneekönigin, als ich den arbeitsvertrag gekriegt hab. sowas... ich freu mich drüber, wo arbeiten zu dürfen?!
nu bin ich sehr gespannt, wie's läuft; die haben mich als allrounderin eingestellt, dh. ich bin mal in der küche, mal an der rezeption, dann in der therme oder im bergrestaurant... kann also überall mal reingucken. wird bestimmt abwechslungsreich, also genau richtig für mich! und außerdem haben sie mir schon in aussicht gestellt, dass ich vielleicht in der neuen saison, das heisst ab ende mai bis märz 2009, da in der therme weiter arbeiten kann. je nach dem, wie es mir und auch dem hotel gefällt. sind das aussicht oder was?!

weil ich erst am 1. februar da anfange, hab ich jetzt nochmal ein paar tage heimaturlaub. und was soll ich sagen... schon fehlt mir der schnee! *hihi* dafür genieß ich nochmal die zeit mit der family in vollen zügen.

also werd ich die nächsten tage ein schweizer nummernkonto eröffnen und mir 'ne goldene nase verdienen. olè!

jedenfalls tut mir das rumreisen total gut; sesshaft zu werden, wie ich ja mehrfach betont hab, das kann ich mir im moment so gar nicht vorstellen. wieder da draussen zu sein, bergluft zu schnuppern... das gibt mir das gefühl der freiheit. auch auf kosten von heimweh und sehnsucht nach der familie, nach freunden, nach vertrauter umgebung. aber hey... das sind nur 500 kilometer und zwei monate. ich komme wieder, und ich freu mich drauf!

Sonntag, 20. Januar 2008

arosa / vals

und schon trägt mich mein weg wieder davon, hinaus in die welt, weg von zuhaus. wunderschöne vier wochen hab ich hier verbracht, die nähe zu meiner familie, meinen freunden genossen; die vertrautheit der dinge und die annehmlichkeiten des zivilisierten lebens. und das nichtstun!

der weg hat viel verändert. als ich noch gelaufen bin, hab ich schon immer mal wieder gespürt, dass ich manche dinge loslassen konnte und neues gewachsen ist. ich bin kein anderer mensch, und doch nicht mehr die selbe, die vor acht monaten in die welt hinaus gegangen ist.

nun: am montag geht es wieder in die schweiz, ab in den schnee - wo ich nicht mal skifahren kann! -, hinauf in die berge. und zwar nicht zum spass, sondern zum arbeiten, zum geldverdienen, zum lernen und ausprobieren. erst mal nach arosa und dann weiter nach vals, beide male probearbeiten im hotel. und dann gucken wir, wo es passt, wo ich die skisaison bis ende märz bleiben kann und will. warum es wieder die schweiz ist... keine ahnung. irgend etwas ist offenbar noch nicht erfüllt, da liegt noch was für mich. wir dürfen gespannt sein!

es hat so gut getan, euch alle zu treffen. wenn ich auch jedes mal verwundert war, warum sich das anfühlt, als wär ich nie weg gewesen. aber das zeigt mir einfach nur noch deutlicher, wo ich hingehör. wo ich mit so offenen armen, mit so viel liebe und wärme empfangen werde, da ist mein platz, mein hafen, mein zu hause - da, wohin ich immer wieder gerne zurück komme. aber sesshaft werden, jetzt... das geht nicht. dafür ist die welt noch zu gross. dafür gibts da draussen noch zuviel, was ich nicht gesehen hab.

ich werd euch wieder vermissen und dank euch allen ganz arg für eure treue und liebe, dafür, dass ihr mir den platz in eurer mitte freigehalten habt.
alles, alles liebe!

Montag, 24. Dezember 2007

zu hause

mit dem bus von fisterra. ein tag in santiago. weiter nach san sebastian. weiter nach genf. zwei nächte da. dann heim.

hier bin ich nun, und wieder ist alles, als wär ich nie weggewesen. wie sonderbar!

zur zeit scheint mir ein wenig, als käme ich von 'nem anderen planeten. die zeit auf dem weg verging so anders; das leben war mit anderen dingen gefüllt; ich hatte ruhe, so viel mehr ruhe... dieses bunte treiben, der rummel. ich bin das alles nicht mehr gewöhnt.
und es fühlt sich an, als wär der weg schon jahre her.

habt geduld, meine lieben... ich dank euch so sehr für all eure unterstützung, für euer interesse; und ich freu mich riesig auf euch alle. am liebsten würd ich jeden von euch sofort sehen, was natürlich nicht funktioniert. also seid gnädig!

ein wundervolles weihnachten euch da draußen; ein paar ruhige und besinnliche tage, frieden der welt und uns allen.

Dienstag, 18. Dezember 2007

kap finisterrae

nun bin ich angekommen.

gestern, als das wetter hier noch wunderschön war - strahlender sonnenschein, blauer himmel, ein ruhiges meer, das die sonne blendend spiegelte -, an diesem wunderbaren tag also bin ich endlich angekommen, kann glauben, akzeptieren, kapieren und fühlen. nun ist es wirklich.

nachdem ich die restlichen 3 kilometer ans kap gelaufen bin und erst mal ewig aufs meer starren musste, hab ich zusammen mit midkom aus bulgarien ein plätzchen zwischen all den felsen gesucht, auf denen die menschen seit jahren ihre klamotten verbrennen; hab holz gesammelt und ein feuer entzündet, in dem ich - mit viel dankbarkeit - meine hose, mein shirt, ja sogar meine unterwäsche verbrannt habe. schweigend sassen wir da, haben dem feuer zugesehen, dem meer, der sonne... die zeit steht still in diesen momenten. die welt vielleicht auch.

später bin ich über die hügel zum strand gelaufen, hab mich in der strahlenden sonne ausgezogen und bin ins meer gelaufen. es war scheisskalt, auch am vielleicht wärmsten tag diesen winters; es hat mir den atem geraubt, aber es hat mich auch befreit, hat abgewaschen und mitgenommen all das, was ich nicht mehr will, nicht mehr brauche, nicht mehr nötig ist; hat in seinen wellen alles davongetragen - in seinen wellen, die seit jahrtausenden an die küste branden, ganz und gar unberührt davon, ob wir da sind, zusehen, notiz davon nehmen...

lang hab ichs nicht ausgehalten; aber es waren mächtige, besondere momente; es war die krönung der berührung, des einsseins mit der welt; es war der würdige abschluss dieses durch und durch besonderen weges.

nun bin ich angekommen, in meinem neuen alten leben; habe mich gehäutet, bin neu entstanden aus den wellen des meeres am ende der welt.

...

was gibt es da schon noch zu sagen?

vielleicht dass ich sehr geniesse, dass ich nicht mehr laufen muss, angekommen bin; dass mich der bus zurück bringt nach santiago, leon, pamplona, genf... nach haus... dass ich endlich, endlich loslassen kann.

mein dank ans leben, dass ich all dies erleben darf und durfte, dass ich sieben monate lang täglich besondere momente, begegnungen und erfahrungen geschenkt bekommen habe, dass all dies so, genau so passiert ist.

Montag, 17. Dezember 2007

finis terrae

so, nochmal von vorne:

nach vielen spannenden tagen, nach fast endlosen wanderungen, nach kleineren pilgerfamilien - denn die menschen auf dem weg sind weniger und weniger geworden -, nachdem ich schon fast dachte, nie mehr anzukommen, hatte ich es am 13. dezember tatsächlich nach santiago geschafft. ziemlich früh angekommen, hab ich mir am (vermeintlichen) grab des apostels meinen ablass erteilen lassen (und an euch alle, alle gedacht), mir im pilgerbüro die compostela, also meinen pilgerbrief ausstellen lassen, und mit dem einzig verbliebenen pilgerfamilienmitglied toni aus barcelona den "wir-habens-geschafft!!"-rioja getrunken (ich werd noch zum weintrinker... *prosit!* ;)).
es war alles ganz anders und doch genau so, wie ichs erwartet hab. (erwartungen... die machen einen immer unglücklich) am abend fühlte ich mich irgendwie leer, wie ihr ja gelesen habt; toni ist gleich in den zug nach hause gehopst, also war ich allein, mir selbst überlassen, ohne jemanden, mit dem ich den sieg, das ankommen, den einzug ins himmelreich feiern konnte. eine sehr seltsame stimmung. ich fühlte mich viel zu weit offen, exponiert, verletzlich, weil so berührbar; und die welt nahm keine notiz davon. alles war wie immer.
und am nächsten tag hab ich meine sachen gepackt - wie immer - und bin in der scheisskälte losmarschiert. wie immer. na, ein bisschen schwerer ist es mir gefallen, weil ich dann doch schon ein bisschen losgelassen hatte, mental müde war; am endpunkt des weges vieler pilger, war das weitergehen eine entscheidung, die ich auch anders hätte treffen können.

in den drei tagen nach fisterra hab ich einen einzigen pilger getroffen, der auf dem rückweg war. viele nehmen den bus von santiago, weil sie - verständlicherweise! - die schnauze voll haben vom laufen. also bin ich auf einsamen wegen gewandelt, hatte das gefühl, dass der weg wieder... verwunschener, magischer ist, stiller; mehr gewillt, den wanderer zu tragen. erst da hab ich bemerkt, wie ausgetreten der camino frances tatsächlich ist, und das nicht nur in... weltlicher hinsicht.
nun: ein bisschen fühlte ich mich wieder wie in deutschland, wo kein mensch unterwegs war, wo ich stundenlang meinen gedanken und gefühlen und überlegungen nachhängen kann (das ist nicht immer vorteilhaft!). das wetter war suuuper; morgens scheisskalt, minustemperaturen - aber dann lief ich eben schneller, das wärmt; tagsüber dann kam die sonne raus, 25 grad oder so (aber nicht im schatten), ich konnte wieder im t-shirt laufen und mittags die füsse in die sonne halten. einfach wunderbar, paradiesisch!
und niemand, einfach niemand auf der strasse.

als das meer sich zum ersten mal zeigte, in der sonne glänzte, da sind mir schon die tränen in die augen geschossen. für einen kurzen moment. und kurz vor fisterra wieder. und... das wars. bisher. ich bin noch nicht am ende, es sind noch 3 km bis ans kap finisterrae, ich hab meine klamotten noch nicht verbrannt, und ich war noch nicht schwimmen. mal sehen, wie sehr mich das alles noch mitnimmt.

aber... nun sitz ich hier am ende der welt, und alles ist wie immer. so. now what?
was sich grandios, super, wunderbar anfühlt ist die tatsache, dass ich nicht weiterlaufen muss, dass ich endlich die füsse hochlegen kann, das die körperlichen strapazen ein ende haben. heimlaufen? auf gar keinen fall. 2700 kilometer, das reicht für mich. viel spass, buen camino und meine hochachtung allen, die das tun.

heimkommen... die frage ist nun, wie. ich werd noch ein, zwei oder drei tage hier verbringen, mal gucken. dann: santiago. dann: ? leon? pamplona? frankreich? genf? ich hab keine ahnung, wie das funktioniert mit zug oder bus. flugzeug ist für mich keine option, viel zu schnell.

es gibt ein paar dinge, auf die ich mich tiiiiieeeerisch freue! davon abgesehen, euch alle wiederzusehen, meine familie, nils & naya, mein brüderchen... *juhuuuu!* - sind da noch weltliche dinge, zb. nicht mehr zu frieren! in den alberguen, auf dem weg, fast überall... und das in spanien! mal wieder fernseh zu gucken, 'nen guten film, oder ins kino zu gehen... zu baden! hmmmm... heisses wasser... keine bed-bugs mehr, ein echtes bett... ausschlafen! deutsch zu sprechen und fränkisch zu hören... zu tanzen, mich auszutoben... und einfach mal 'nen tag vergehen lassen, ohne den rucksack zu packen... ah... loslassen...

vale! dann geh ich mal das kap erkunden. hasta luego...

Sonntag, 16. Dezember 2007

am ende der welt

meeresrauschen
die möwen schreien
in mir ist es still

ich möchte weinen und finde keine tränen

wozu noch ein blog?

mein weg durch die welt, hinaus ins unbekannte, inspiriert von freiheit, von träumen und wünschen... und jeder, der möchte, kann mitlesen.

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