nur am rande wollt ich sagen, dass ich endlich, endlich dreadzzz hab. juhuuuuuuuu!! so lang schon wollt ich das, und jetzt hats geklappt. haaaaammmer! *freu* *tanz* (und nein, caro, da lebt nix! *hihi*)
jetzt gehts dann los, raus aus fribourg, ab nach frankreich. also, naja, nicht ganz... aber bald!
alles liebe in die heimat, fühlt euch alle ganz feste gedrückt von einer total glücklichen
wuschel!
koboldin - 10. Sep, 08:24
bonjour!
also, angekommen oder besser: schon drueber, ueber die sprachgrenze. das hier versteh ich ja noch weniger als den berner dialekt...! *mulmig*
also, in brienz, nach dem bruenigpass, der heftig bergab ging, hat mein linker fuss nicht mehr mitgemacht. dicke geschwollen, schmerzte bei jedem schritt... also bin ich nach drei stunden aufs schiff und hab den rest der etappe nach interlaken auf dem wasser zurueck gelegt. auch schoen! ich lieb das ja, wenn mir der seewind durchs haar faehrt...
und interlaken ist auch eine tolle stadt, sehr international. ich mag das! dort hatte ich mich mit ursula verabredet, der frau, die ich in der jugi in rapperswil kennengelernt und die mir direkt angeboten hatte, bei ihr zu uebernachten. sie hat mich von da mit dem auto abgeholt, ich hab bei ihr geschlafen; am dienstag hab ich dann pause gemacht, am mittwoch bin ich von interlaken nach amsoldingen gelaufen - nur mit tagesgepaeck, das war mal ne feine sache! - und von da hat mich die liebe ursel wieder abgeholt, ich hab nochmal bei ihr pennen duerfen, von wo ich dann am donnerstag endgueltig mit sack und pack weitergelaufen bin. also am donnerstag von amsoldingen nach rueggisberg. ... alles noch klar, da draussen? *g*
das waren ein paar schoene etappen, aber ich merke: der sommer ist vorbei. die blaetter fallen, das laub duftet; der mais ist reif, das heu eingebracht; der wind ist kaelter, so wie die naechte. ich komm jetzt zwar immer suedlicher, trotzdem bin ich gespannt, wann mich die kaelte, wann mich der winter einholt.
der fuss hat immer noch boese weh getan, mal mehr, mal weniger. aber was soll ich da schon tun? drei tage pausieren? nee, nix gibbet. so bin ich also feste am schmieren, schlucken und behandeln, und es geht auch von tag zu tag besser.
ursula, das muss ich schon sagen, ist eine bemerkenswerte person. was ueber 70, und hat erst mit 60 angefangen, sich die welt anzugucken. mal ein paar monate in neuseeland, zum wwoofen, in italien, zur olivenernte, in peru, bolivien und chile... respekt!
in rüeggisberg hab ich endlich mal wieder zwei pilger getroffen; die beiden haben auch die spanische etappe schon gemacht und wollten nun in ihrem eigenen land ein bisserl laufen. ich muss schon bemerken, dass viele, die ich treffe, schon mal in spanien waren. hai, ich will da auch endlich hin! aber da liegen noch sooo viele kilometer frankreich dazwischen... *seufz*
und heut bin ich dann also im welschland angekommen, und irgendwie weht hier schon ein anderer wind. franzoesischer. weltoffener. ein kleines bisschen kann ich da schon mal reinschnuppern, nach frankreich... so weit ist das ja auch gar nimmer weg!
koboldin - 8. Sep, 12:27
jahuuuu, ich bin weiter! und es fühlt sich sooo gut, wieder auf dem weg zu sein. (auch wenn meine beine die pause merken und wieder ziemlich untrainiert sind... *hmpf*)
zum aufbruch aus dem alpthal gabs natürlich wieder tränen, ich werd noch zur heulsuse... *hihi* aber das ging bald vorbei, denn die 400 höhenmeter auf die haggenegg, mit rucksack, haben meine ganze aufmerksamkeit gefordert. leider war das eine wanderung durch die wolken - ich hab mich weder vom alpthal noch von den mythen verabschieden können, hab vor lauter nebel gerade mal 10 meter weit sehen können... schade! weil der regen immer ärger wurde und ich - trotz schirm (jahaaa, auch wenns doof ausschaut. aber ich sag euch, das ist einfach unschlagbar praktisch!) - immer nässer wurde, bin ich schon gegen zwei im kloster ingenbohl eingekehrt. hab mir einen schönen, vor allem ruhigen nachmittag gemacht und mich sehr über ein richtiges bett gefreut.
zum frühstück hab ich mich blendend mit der anderen pilgerin, sigrid aus münchen, unterhalten, und so haben wir beschlossen, einen teil miteinander zu gehen. in brunnen gings aufs schiffchen nach beckenried, und von da erst mal ins wunderschöne stans. so ein hübsches städtchen! sigrid ist dort geblieben, ich aber wollte weiter, bin ja erst am tag vorher 'ne kurze etappe gelaufen. also bin ich mit grossen schritten nach st. jakob (wie passend!), wo ich im neuen pfarrhaus ein luxuriöses zimmer gekriegt hab.
am nächsten tag, also samstag, gings dann mehr oder weniger gemütlich weiter. eigentlich wollte ich ja bis lungern kommen... aber die ranft-schlucht, wo sich vor ein paar hundert jahren der nationalheilige bruder klaus niedergelassen hatte, das heisse wetter und meine unlust haben mir einen strich durch die rechnung gemacht... rund um den sarner see wollte sich keine unterkunft finden, und so hab ich mich - schon ziemlich geschafft - noch die 250 höhenmeter auf den kaiserstuhl hochgeschleppt. mit den letzten kräften, sozusagen! dafür hab ich mich dann mit meiner ersten nacht im stroh belohnt. *hihi* "schlaf im stroh" ist ja schweizweit möglich; meistens putzen die landwirte im frühjahr den stall raus, wenn das vieh auf die alp kommt. so wars dann gestern auch: überall hängt noch - ein bisschen undezent - der kuhgeruch in der luft; aber im stroh zu schlafen, das ist sagenhaft bequem! (mal selber ausprobieren, heike! *zwinker*) ich war ganz alleine in dem grossen stall, der blick auf den lungernsee war einmalig (was für ein luxus für die kühe!), und ich hab geschlafen wie ein baby. und das rascheln der mäuse im stroh trägt nur zur romatik bei. einfach herrlich!
so gestärkt hab ich mich heut morgen auf zum brünigpass gemacht, nochmal um die 300 höhenmeter. es reicht langsam, berg auf berg ab... bin ich froh, dass ich jetzt ins schweizer "flachland" komme! *hihi*
aber rund um den brünig, das ist ein zauberhaftes land. moosbewachsene steine... helle buchen... ich wähnte mich fast in irland. trotzdem wars natürlich ziemlich anstrengend, und zwar auch der abstieg. das geht auf die knie, heidewitzka! ich war echt froh, dass die letzte stunde nach brienz flach war; da läufts wieder von selbst, da geht der kopf aus, das tun die beine, was sie wollen... diese trancehaften zustände... ich hatte fast vergessen, wie das sein kann. berghoch und -runter geht das irgendwie nicht, da muss ich mich auf den weg konzentrieren, muss "da", also bewusst bleiben. auf der fläche ist das anders.
und brienz... so ein schönes dorf! ein bisschen zu touristisch, vielleicht, aber durchaus zauberhaft. wie der brienzer see, der mich nach dem bodensee am meisten berührt. ein paar seen hab ich ja jetzt doch schon gesehen (*haaha*, toller satz ;))) - sarner see, sihlsee, vierwaldstätter see, lungernsee etc. - aber keiner hat mich auf anhieb so verzaubert wie dieser hier.
ja also: es fühlt sich guuuut an, wieder unterwegs zu sein, das war höchste zeit. und ratzfatz sind die sorgen verflogen!
daaaaanke übrigens mal wieder für eure kommentare, das tut so gut! hier - ich steh gerade an der internetmaschine in der jugendherberge - fehlt mir etwas die musse zu antworten, aber das wird bald nachgeholt. (nur soviel: sylvi, wo hast du denn eigentlich gesteckt?!!! ;)
euch allen eine wunderbare nacht und süsse träume -
sandra
koboldin - 2. Sep, 16:09
also, morgen gehts weiter! ich hatte noch ein paar schöne tage mit ben und svenia, war zum dritten mal auf der rigi (und hab diesmal keinen käse gekriegt... *hmpf*), gestern auf der chilbi (kärwa) in einsiedeln und lass es heut nochmal ruhig angehen. und morgen gehts dann über die haggenegg.
das heisst natürlich wieder abschied nehmen, loslassen; bequemlichkeiten aufgeben (jetzt hab ich auch endlich verstanden, warum menschen sesshaft werden...), durch die welt streifen. ich bin zwiegespalten. einerseits freu ich mich sehr, endlich wieder auf dem weg zu sein; andererseits hat mir die kurze zeit in der heimat gezeigt, wie wichtig mir ein zu hause ist. immer wieder seh ich erst aus der ferne, wie wichtig mir bestimmte dinge sind...
ich hab mit dem gedanken gespielt, alles abzubrechen, heim- und damit anzukommen. aber... nein. das ist zu früh. ich hab erst angefangen, den weg zu gehen, nicht nur im tatsächlichen, sondern auch im übertragenen sinn. gerade zu hause hab ich gemerkt, was sich alles getan hat, wie sehr mich diese vier monate schon verändert haben. und dieser weg ... ist noch nicht zu ende.
ausserdem geben sich diese schweren gedanken, sobald ich wieder unterwegs bin, das hab ich ja schon mehrfach erwähnt.
ich bin sehr gespannt, wie das mit ben hier auf dem bau weitergeht. das hat sich - genau so wie die heimfahrt mit boris und die rückfahrt mit svenia; danke nochmal an euch zwei, hat ganz viel spass gemacht! *knutscha* - so einfach ergeben; immer mit dem gefühl, das soll jetzt so sein - nennt's schicksal, bestimmung oder wie auch immer. wie sich dinge eben fügen, wenn man sie zulässt...
so wie jetzt im radio gerade ein schwermütiges lied laufen muss, draussen schwere wolken hängen und meine melancholie noch verstärken... aber hey, solche tage muss es auch geben.
ich hab, das muss ich nochmal sagen, die zeit zu hause sehr genossen, und es macht mich sehr glücklich, dass ihr da seid, dass ich aufgenommen werde, als wär ich nie weg gewesen. wie gut, dass es menschen wie euch gibt, und wie gut, dass ich euch kennen darf!
fühlt euch alle nochmal ganz feste gedrückt - auch und gerade diejenigen, die ich leider nicht besuchen konnte.
und beim nächsten mal erzähl ich euch, was hinter dem hügel liegt... ;)
koboldin - 29. Aug, 14:29
...hab ich mich in die heimat geschlichen, ein paar von euch (und leider nicht alle!) überrascht, mich über blöde gesichter gefreut (nix für ungut!), ein bisschen verwirrung und chaos gestiftet und wieder abgedüst - nicht ohne zwei von euch einfach mitzunehmen. ha!
deswegen hab ich jetzt auch erst mal nix erzählt, denn vorher verraten wollt ich das ja nicht!
schön wars daheim! ich hab das richtig genossen, endlich wieder eine vertraute gegend, vertraute menschen, vertrauter dialekt. das hat so gut getan... meinen neffen wiederzusehen, überhaupt meine wunderbare familie; endlich wieder menschen in den arm zu nehmen, die mir richtig, richtig nahestehen; einfach zeit mit freunden und der familie verbringen, so tun, als wär ich nie weg gewesen oder als würd ich nie weitergehen. ja, ich bin schon gscheit verwurzelt in franken...
am sonntag gehts zurück in die schöne schweiz, noch ein paar tage mit sveni und ben auf ein paar hügeln und bergen rumhupfen - und dann der baustelle und dem vertrauten alpthal auf wiedersehen sagen und weitergehen...
koboldin - 26. Aug, 15:40
so. nächste woche isses soweit: ich werde das schöne alpthal verlassen und gucken, was hinter dem hügel, der haggenegg, liegt. der weg ruft, mittlerweile laut und vernehmlich. ich will weiter!
hier hab ich in den bald sieben woche echt 'ne menge gelernt; es war eine sehr schöne, eine besondere zeit - aber sie ist jetzt zu ende. bin gespannt, was der weg noch so alles bereit hält!
und: seit einer woche faste ich. *yeeehaw!* so lange wollte ich das schon, mal aufs essen verzichten, sehen, was passiert; entgiften, entschlacken, altes rausschmeissen. letzten donnerstag, ganz spontan, hab ich damit angefangen. und es tut ungeheuer gut! (gell, andrea? *zwinker*) ich fühl mich leichter; mein denken ist weiter, so kommts mir vor, bewusster; es hat ein paar kleinere erkenntnisse gegeben, ein paar dunkle ecken wurden beleuchtet und entstaubt... ein voller erfolgt, eine supergute sache. und trotzdem freu ich mich aufs fastenbrechen morgen - endlich wieder essen! (ha ja, da lern ich das auch mal wieder so richtig zu schätzen...)
dann war da noch shae's und kamen's besuch vergangenen freitag. hab mich tierisch gefreut! echt superschön, dass ihr zwei da wart, und noch dazu mit dem kleenen finn... der abschied, der hat mich dann wieder ziemlich mitgenommen. zur zeit hab ich grosses heimweh, oder vielleicht eher sehnsucht nach euch, meinen freunden, meiner familie; der vertrauten umgebung, meiner heimat. drei monate ohne all das... vielleicht bin ich einfach schon zu alt, um so 'nen grossen schnitt zu machen.
aber hey: das wird sich geben, wenn ich erst wieder aufm weg bin. jeden tag neue eindrücke, neue menschen, neue orte - da kann ich gar nicht erst auf dumme gedanken kommen! ;))
fühlt euch also gesammelt mal feste gedrückt und geherzt...!
sandra
ps: bei
photobucket gibts jetze ein paar foddooooos! mein benutzername - weils die koboldin schon gibt >:( - ist gwyddowyn. das album werd ich (hoffentlich) auch immer schön aktualisieren. viel spass!
koboldin - 8. Aug, 19:13
... und das mit jeder woche schneller. ja, der alltag ist eingekehrt im alpthal. fünf wochen bin ich nun schon hier. und was hab ich in diesen fünf wochen alles lernen dürfen! betonieren, maurern, nun zimmern und schreinern. und 'ne kuh hab ich endlich auch gemolken. tschakka!
ausserdem war ich zum sonnenaufgang (!) auf dem mythen: 1899 m über dem meeresspiegel. um rechtzeitig oben zu sein, musste ich um halb vier (!!) aufstehen; also zu einer zeit, wo ich normalerweise eher ins bett geh... hei, das war hart, hat sich aber richtig gelohnt. mitten in der nacht durch die natur zu gehen, sogar die vögel schlafen noch, alles ist still; nur hin und wieder eine kuhglocke, und sonst nur das knirschen der stiefel auf dem weg... der himmel im osten färbt sich ganz sacht und langsam, ein bisschen heller, das blau, dann bald orange, rosa, und schliesslich weiss, bis die sonne sich über den berg schiebt...
und nach dem frühstück um halb neun gings ab auf die baustelle. *g*
vor drei tagen - oder besser nächten - hab ich dann auch endlich mal den mond gesehen, weil es endlich mal keine wolken am himmel hatte. und er ist viel heller hier, scheint es mir, oder eben besser zu sehen, wie auch die sterne. sogar die milchstrasse kann man erkennen, wenn es klar und mondlos ist.
ja, es geht mir gut hier. erwähnte ich das schon? ;)
koboldin - 28. Jul, 19:58